Von der Zugspitze zur Nordsee

Wir schreiben das Jahr 2010 und ein essentieller Punkt ist noch offen, der diesjährige Kultur- und Natururlaub. Meine Zeit in München ist nun zu Ende und so breche ich auf, den Rest unseres schönen Landes unter dem Motto “Von der Zugspitze zur Nordsee” zu erkunden.

Das Wettersteingebirge:

Die Reise beginnt im äußersten Süden des Landes, von Hammersbach bei Garmisch geht es durch die Höllentalklamm hinauf in das Wettersteingebirge. Bereits am Parkplatz treffe ich eine nette Truppe, die ebenfalls in das Höllental aufbricht. Da einer ihrer Kollegen abgesprungen ist, sage ich dem dadurch frei gewordenen und mir angebotenen Schlafplatz auf der Berghütte spontan zu.

Tief in den Felsen sind die Stufen in die Klamm gehauen und bieten einen recht sicheren Weg durch das sonst so unwegsame Gelände. Man kämpft sich langsam durch den Fels bergauf und kann sich all der Feuchtigkeit des brausenden und tobenden Gebirgsbaches nicht entziehen. Zum Glück scheint die Sonne an diesem Spätsommertag recht kräftig und trocknet die klatschnasse Kleidung in einem angemessenen Tempo. An der Höllentalangerhütte, dem heutigen Schlafplatz, angekommen, raste ich kurz und breche bald darauf zu einer ausgiebigen Erkundungstour durch das hiesige Tal auf.

Wasserfall

Klamm

Müde kehre ich bei Sonnenuntergang in der Hütte ein, esse mit meinen Zimmergenossen eine Kleinigkeit und falle bald darauf erschöpft in das Matratzenlager. Da es die Tage zuvor so viel Neuschnee gab, dass man weder den Weg, noch Spalten im Gletscher erkennen kann und man dazu noch kaum voran kommt, da man bei jedem Schritt im Schnee einsinkt, wird der Aufstieg zur Zugspitze auf unbestimmte Zeit verschoben. Dafür erwandere ich an dem wunderschönen nächsten Morgen das umliegende Wettersteingebirge und schaffe es dennoch auf mehr als 2000m über dem Meeresspiegel. In der brutzelnden Sonne liegend genieße ich die Berge um mich herum und breche am späten Nachmittag zum Abstieg auf.

Hammersbach

Zugspitzmassiv

In Hamburg:

Mit dem Auto geht es weiter in den hohen Norden des Landes, nach Hamburg. Dort besuche ich eine sehr gute Freundin, die für die nächsten Tage auch gleichzeitig meine Reiseleiterin werden sollte. Da ich Wasser und großen, stählernen Maschinen schon immer viel abgewinnen konnte, fasziniert mich der Hafen natürlich am allermeisten. Etwas überrascht und fasziniert bin ich von der Tatsache, dass die Elbe weit im Landesinneren noch so stark von Ebbe und Flut geprägt ist. Knapp 4m schwankt der Wasserstand durchschnittlich zwischen Ebbe und Flut.

Hafen

Rathaus

Vom Michel (St. Michaelis-Kirche) hat man eine grandiose Aussicht über Hamburg und den Hafen. Bei eisigem Wind stehe ich hier oben und kann mich von diesem Ausblick einfach nicht mehr lösen. Gemütlich wird am Nachmittag das restliche Stadtgebiet per Fuß erkundet und abends fahren wir mit der Fähre wieder zurück nach Finkenwerder, dem wohl schönsten Flecken Hamburgs. ;)

Hafen

Stadt

Hafen

Ein Tag am Meer:

Wenn man schon einmal hier oben im Norden ist, dann ist ein Abstecher an die Nordsee fast schon obligatorisch. Zur Mittagszeit herrscht hier und heute in Westerhever Ebbe und man kann weite Strecken über das Wattenmeer wandern. Aus verlässlichen Quellen haben wir allerdings erfahren, dass das Wasser bisher noch immer wieder zurück gekommen sei und am heutigen Nachmittag gegen 16 Uhr seinen höchsten Stand erreichen würde. Darauf verlassen wir uns, wenn auch etwas blauäugig, und brechen am frühen Nachmittag nach St. Peter-Ording auf, um uns dort am Meer und dem übrigens wunderschönen Sandstrand zu laben. Und tatsächlich, das Wasser kam wieder. Es war sogar schon vor uns da und so stürzen wir uns direkt bei unserer Ankunft in die Fluten, zumindest bis zu den Knien, und genießen den restlichen Tag bei steifer Brise am Strand.

Leuchtturm

Strand

In Berlin:

Anstatt auf direktem Weg zurück in den Süden zu fahren, mache ich einen kleinen Ausflug nach Berlin. Von Charlottenburg aus und fahre ich mit der S-Bahn in die Stadt. Man spürt bereits in der Bahn diese besondere Atmosphäre der Hauptstadt. Das Geräusch, dass beim Schließen der Türen ertönt, erinnert mich unweigerlich an das Lied eines bekannten Berliner DJs und so fahre ich mit diesem Ohrwurm dem regen Treiben entgegen. Das übliche Touristenprogramm wird abgeklappert, unter den besuchten Orten befinden sich beispielsweise das Brandenburger Tor, der Reichstag, das Schloss Bellevue, die Gedächtniskirche, sowie etliche Plätze und Flaniermeilen die der Hauptstadt ihre so besondere Lebendigkeit verleihen.

Brandenburger Tor

Reichstag

Schloss Bellevue

Gedächtniskirche

Auf der Durchreise:

Ein kleiner Abstecher bei einem guten Freund in der ehemaligen Residenzstadt Dessau schließt das Kulturprogramm und somit auch die Reise durch Deutschland für dieses Jahr ab. Jetzt geht es wieder zurück nach Hause und irgendwie ist es doch dort immer noch am schönsten, oder nicht?

Georgium

Bauhaus

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